Es gibt Dinge, auf die man sich bei den Grünen Elefanten eigentlich verlassen kann: Irgendjemand kommt zu spät, irgendeiner hat etwas vergessen und am Ende fallen mehr Tore als bei anderen Mannschaften in einer kompletten Saison. Doch diesmal war schon vor dem ersten Ballkontakt klar: Heute ist irgendetwas anders.
Das fing bei den Farben an.
Wer wie gewohnt nach dem traditionsreichen grünen Leibchen griff, suchte vergeblich. Grün hatte offenbar ebenfalls Urlaub. Stattdessen präsentierten sich die Elefanten modisch völlig neu: Blau gegen Rot/Weiß. Ein Traditionsbruch, der bei konservativen Vereinsmitgliedern vermutlich noch aufgearbeitet werden muss.
Für Blau gingen Oli, Christian und Thopro ins Rennen. Rot/Weiß setzte auf Mäx, H-P und Trainer Marc. Sechs Mann also. Mehr waren nicht aufzutreiben. Manche Vereinsmitglieder vertreten im Sommer schließlich die durchaus gewagte Auffassung, dass man tatsächlich Urlaub machen dürfe, obwohl irgendwo ein Fußball und zwei Tore bereitstehen.
Damit stellte sich die nächste Frage: Wo soll man mit diesem personellen Überangebot überhaupt spielen?
Die Antwort fand sich im äußersten schmalen, länglichen roten Feld. Ein Spielfeld, das weniger an klassischen Fußball erinnerte als an eine Mischung aus Bolzplatz, Korridor und überdimensionierter Kegelbahn. Breite? Überschätzt! Flügelspiel? Unnötiger Luxus! Hier ging es praktisch permanent geradeaus.
Entsprechend benötigten einige Akteure zunächst eine gewisse Orientierungsphase. Laufwege, die auf dem normalen Feld seit Jahren zuverlässig funktionieren, endeten plötzlich irgendwo außerhalb des Spielfeldes. Der eine oder andere wollte Räume anlaufen, die schlicht nicht existierten. Und wer glaubte, einmal kurz auf den Flügel ausweichen zu können, stellte fest:Welcher Flügel?
Rot/Weiß schien sich mit den neuen geografischen Gegebenheiten zunächst besser arrangieren zu können. Mäx, H-P und Trainer Marc erwischten den besseren Start und legten ordentlich los. Tore fielen ohnehin in einer Frequenz, bei der jeder mitgebrachte Spielberichtsbogen schon zur Halbzeit an seine Kapazitätsgrenze gekommen wäre.
Zwischenzeitlich stand es 14:9 für Rot/Weiß.
Eigentlich eine komfortable Angelegenheit. Eigentlich.
Denn wer die Grünen Elefanten kennt, weiß: Fünf Tore Vorsprung sind hier ungefähr so beruhigend wie eine 1:0-Führung in der dritten Minute. Blau dachte nämlich überhaupt nicht daran, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.
Oli, Christian und Thopro kämpften sich zurück. Tor um Tor wurde der Rückstand kleiner. Plötzlich lief der Ball, die ungewöhnlichen Dimensionen des Platzes waren offenbar vollständig im internen Navigationssystem gespeichert – und Rot/Weiß musste feststellen, dass die Partie noch lange nicht entschieden war.
Und dann war das Spiel tatsächlich komplett gedreht.
15:17 für Blau!
Aus einem 9:14-Rückstand hatten die drei Blauen eine Zwei-Tore-Führung gemacht. Elf Tore später war aus vermeintlich klaren Verhältnissen plötzlich eine Partie geworden, in der Rot/Weiß ernsthaft Gefahr lief, einen sicher geglaubten Abend noch aus der Hand zu geben.
Doch Rot/Weiß hatte an diesem Tag nicht nur den besseren Start, sondern sollte auch das bessere Ende für sich haben.
Mäx, H-P und Marc sammelten sich noch einmal, fanden zurück ins Spiel und erhöhten ihrerseits wieder die Schlagzahl. Auf dem schmalen roten Hochgeschwindigkeitskorridor ging es nun munter hin und her. Lange Ballbesitzphasen waren ohnehin nicht vorgesehen. Ball gewinnen, zwei Schritte, Abschluss – und im Zweifel direkt wieder zurück.
So entwickelte sich in der Schlussphase ein munteres Scheibenschießen, bei dem beide Mannschaften offenbar stillschweigend beschlossen hatten, Defensivarbeit nur noch als unverbindliche Empfehlung zu betrachten.
Am Ende stand ein beeindruckendes 26:23 für Rot/Weiß.
49 Tore bei sechs Spielern.
Damit dürfte auch endgültig geklärt sein, warum bei den Grünen Elefanten niemand Eintritt verlangt: Bei dieser Torquote müsste man eigentlich nach Treffern abrechnen.
Blau konnte sich trotz Niederlage erhobenen Hauptes vom roten Geläuf verabschieden. Wer einen 9:14-Rückstand in eine 17:15-Führung verwandelt, hat an diesem Abend einiges richtig gemacht. Oli, Christian und Thopro bewiesen Moral und sorgten dafür, dass Rot/Weiß bis zum Schluss ordentlich arbeiten musste.
Mäx, H-P und Trainer Marc wiederum bewiesen, dass man auch nach zwischenzeitlichem Kontrollverlust wieder in die Spur finden kann – was auf diesem ungewöhnlich schmalen Platz durchaus wörtlich zu verstehen war.
Und so blieb am Ende weniger das Ergebnis hängen als die Erkenntnis: Es braucht weder elf Spieler noch einen großen Platz und offenbar nicht einmal grüne Leibchen, um einen hervorragenden Fußballabend zu erleben.
Sechs Mann, ein schmales rotes Feld, neue Farben und 49 Tore reichten völlig aus.
Oder kurz gesagt: Viel Spielspaß, jede Menge Tore – und wieder ein Abend, an dem die Grünen Elefanten bewiesen haben, dass „Grün“ ohnehin eher eine Lebenseinstellung als eine Trikotfarbe ist.
| Grün | Blau |
|---|---|
| HaPe | Christian |
| Marc | Oli |
| Max | Thopro |


yeah!
Super viel Spaß hat’s gemacht.
Ein wirklich toller Bericht. Von wem? Und KIfree. Wo habt ihr gekickt? Komme nicht drauf.