„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Schon Michail Gorbatschow wusste das – auch wenn ihm dieses Zitat nur fälschlicherweise zugeordnet wird. Nichtsdestotrotz steckt viel Wahrheit darin. Und so darf ich als absoluter Frischling im Elefantenrudel, quasi als Baby-Elefant, meine mittlerweile doch etwas eingerosteten sprachlichen Fähigkeiten reaktivieren und versuchen, das Geschehen der vergangenen Woche in angemessene Worte zu fassen.
Eigentlich sah alles nach einem ganz entspannten Nachmittag aus. Der Burger war gerade verdrückt, die Verdauung in vollem Gange und die Gedanken vermutlich schon beim gemütlichen Ausklingen des Tages. Doch dann klingelte das Telefon. „Wo bist du? Du hast doch nicht etwa den wichtigsten Termin der Woche vergessen?!“
Keine Zeit für Ausreden, keine Zeit für einen Nachtisch. Also wurde das Fahrrad gesattelt und in die Pedale getreten. Schließlich gibt es Dinge, die selbst ein gut gefüllter Magen nicht verhindern darf: den wöchentlichen Schlagabtausch der Grünen Elefanten.
Am Sportplatz angekommen, gab es zunächst das obligatorische Leibchen, ein schnelles Foto für die Nachwelt und dann war Schluss mit lustig. Die Champions League der Kreislaufbewegung konnte beginnen.
Auf dem Platz standen sich die jungen Wilden, angeführt von Mark, und die Fraktion aus Alter, Erfahrung und gelegentlichen Rückenbeschwerden gegenüber. Zugegeben, die Einteilung ist nicht ganz trennscharf. Schließlich gibt es auch unter den vermeintlich jungen Wilden schon den einen oder anderen, dessen beste Jahre zumindest laut eigener Aussage noch vor ihm liegen. Und auch ich habe mittlerweile ein paar Jahre auf dem Buckel.
Von vorsichtigem Abtasten war jedenfalls nichts zu spüren. Keine Schonfrist, kein taktisches Geplänkel, kein „Lasst uns erst einmal reinkommen“. Stattdessen ging es direkt zur Sache, und so zappelte der Ball bereits nach wenigen Minuten mehrfach im Netz. Wer gehofft hatte, die ersten zehn Minuten würden zum behutsamen Aufwärmen genutzt, wurde bitter enttäuscht. Hier galt offenbar: Wer nicht warm ist, wird es spätestens nach dem ersten Sprint sein.
Besonders Thomas erwies sich als echtes Schweizer Taschenmesser. Im Mittelfeld gab er den Taktgeber, verteilte die Bälle und zog die Fäden, nur um kurz darauf im Tor in bester Tom-Starke-Manier die Krake zu geben. Ob diese Vielseitigkeit nun auf außergewöhnliches Talent oder schlicht auf Personalmangel zurückzuführen war, ließ sich nicht abschließend klären. Fest stand allerdings: Für sein Team war er eine echte Bereicherung.
Auf der anderen Seite war derart viel Bewegung im Spiel, dass selbst moderne Lauftracker vermutlich irgendwann kapituliert hätten. Wer die meisten Kilometer abgespult hat, lässt sich nur schwer sagen. Mark dürfte mit seiner Pferdelunge aber ganz vorne dabei gewesen sein. Während andere noch überlegten, ob sich ein Sprint überhaupt lohnte, war er bereits wieder am anderen Ende des Platzes – vermutlich nur kurz, um anschließend erneut loszulegen. Man munkelt, seine Lunge habe inzwischen einen eigenen Spielausweis beantragt.
Nach anfänglicher Ausgeglichenheit riss Grün das Spielgeschehen zunehmend an sich. Die Pässe wurden sicherer, die Kombinationen flüssiger und die Defensive der bunten Truppe begann, erste Lücken zu offenbaren. Was zunächst noch nach einem offenen Schlagabtausch aussah, entwickelte sich mehr und mehr zu einer kleinen Lehrstunde in Sachen Raumaufteilung – zumindest aus Sicht der Grünen.
Doch wer glaubte, die Sache sei damit erledigt, hatte die Rechnung ohne die gegnerische Mannschaft gemacht. Nach einer Halbzeitansprache im besten Trapattoni-Stil kehrte die bunte Defensive mit neuem Mut und zumindest zeitweise wiedergewonnener Ordnung zurück auf den Platz.
„Was erlauben Strunz?!“
Ob dieser legendäre Ausbruch tatsächlich Teil der Ansprache war oder nur in meinem Kopf durch die Reihen hallte, kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Wirkung zeigte die Intervention jedenfalls. Die Abstände wurden kleiner, die Zweikämpfe intensiver und plötzlich musste auch Grün wieder ordentlich arbeiten, um die Oberhand zu behalten.
Je länger die Partie dauerte, desto mehr entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Auf ein schön herausgespieltes Tor folgte prompt die Antwort der Gegenseite. Kaum hatte eine Mannschaft Grund zum Jubeln, wurde die Freude auch schon wieder zunichtegemacht. Es war ein ständiges Hin und Her, bei dem sich weder die Beine noch die Gemüter eine längere Verschnaufpause gönnten.
Am Ende wusste vermutlich nicht einmal der Fußballgott mehr ganz genau, wer hier eigentlich die Nase vorn hatte. Ich jedenfalls kann dazu wenig beitragen. Ob es am fehlenden Überblick, an der nachlassenden Konzentration oder schlicht daran lag, dass ich mich mehr auf das Überleben als auf das Zählen konzentrierte, bleibt offen. Fest steht nur: Der Spaß kam keineswegs zu kurz.
Und genau darum geht es schließlich bei den Grünen Elefanten. Natürlich freut man sich über ein schönes Tor, einen gelungenen Pass oder einen gewonnenen Zweikampf. Aber am Ende ist es doch die Mischung aus Ehrgeiz, Bewegung, gelegentlichem Chaos und den unvermeidlichen Sprüchen am Spielfeldrand, die diese Runde so besonders macht.
In diesem Sinne: Auf die Grünen Elefanten, auf weitere packende Duelle und auf viele Tore, über die wir uns noch lange unterhalten können – auch wenn am Ende keiner mehr weiß, wer sie eigentlich geschossen hat.
Basti, „der erste“
| Grün | Blau |
|---|---|
| Basti | Basti |
| Horst | Vincent |
| Tim | Gabriel |
| Kosa | Manuel |
| Oli | Marc |
| Sir T. | |


Toller Spielbericht! Hat Spaß gemacht, dies zu lesen. Und noch die Anmerkung, ohne andere zurücksetzen zu wollen:
MVP – zumindest bei den Grünen:
Basti
Ja, klasse Erstbericht, klasse Spiel. Freue mich schon auf Freitag, dann – zumindest teilweise – wieder unter Flutlicht.