„Der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei“
hallt es noch lange nach Spielschluss im Rund der FT. Dazu später mehr.
Freudestrahlend wurde ich kurz vor halb fünf von zahlreichen Kickwilligen begrüßt.
Thobro mit 176er XXL Kinderhirt strahlte wie immer über beide Ohren. Gute Vibes waren in der Luft. Oli war schon fleißig am Karten richten. Kopf konzentriert zu den Karten geneigt. Es reichte für einen kurzen, sehr kurzen, Kopfheber. Und Jan, der neue Standby Gastkicker (Jan schreibt man mit 3a und einem h danach, dazu später auch mehr), mit reifer Doping-Banane in der Hand, von der er mir zur Auffüllung des Magnesiumlevels 1/3 abgab, scharrte auch schon mit den Hufen. Ein echt super Typ aus dem Norden – ein Frischzellenkur für mich und den einen oder anderen.
Woher kommt Jaaahn eigentlich genau? Wenn ich Jan so eintippe (Jaaahn) schlägt mir die Rechtschreibekorrektur „Japan“ vor. strange. Japan, Land der untergehenden Sonne. So ein quatsch. A new Star is Born.
„Der Ingo schreibt“ nehme ich beiläufig wahr. Na, dann is ja alles gut. Ich muss nicht schreiben.
Denkste wohl. Die 2. Karte von links, die nehme ich ritualmässig halt immer, war es dann. De Ingo. Herz10. Also grünes Leibchen an. Wer kam nur auf die Idee, die Elefanten auf Spielkarten zu verewigen. Egal, kurzes aufwärmen war angesagt. 16:45, nach üblichem Transfermarktgeschiebe, ging’s dann endlich los.
Kalter Regen setze ein. Grün sind dabei wohl die Muskeln schlagartig eingefroren. Nach gefühlten 5 Minuten stand es 3:0 für bunt. Grün rappelte sich dann doch ein wenig auf. Bunt war aber in der ersten Halbzeit viel besser im Spiel. Körper und Geist kamen mit den Rahmenbedingung einfach besser zu recht. Da ich mehrere „Tunellos“ bekommen habe (Unverschämtheit), sind einige Aktionen in meinem Kopf spurlos verloren gegangen. Ich nennen die jetzt auch nur noch „Nutellas“. Klingt schöner und weniger hart, eher süß. Jürgen hat uns mit seinem schönen Kopfball zum 5:3 wieder gut heran gebracht. Die lautstarke Anweisung von Stefan „Der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei, der Jürgen ist frei“ hat nichts gebracht. Mit Schweißnasser Stirn nickte er den Ball ungehindert und lässig ein. Mit 6:3 oder so für bunt ging es in die Halbzeit. Der Seitenwechsel sollte für grün Besserung bringen.
Der Boden wurde tiefer und tiefer. Die Aktionen wurde von Minute zu Minute unkontrollierter.
Chris, der Motor der Grünen, drehte mächtig auf, und brachte Grün auf Augenhöhe. 7:7. Ein munteres hin- und her. Dann sogar das kleine Wunder in Unterzahl. Die grünen führen 8:7 fünf Minuten vor Schluß.
Und es kommt, wie es kommt. Ecke in der letzten Minute. Bunt wirft noch einmal alles nach vorne. Der Ball fällt Niki auf den Fuß. Mit einem satten Schuß landete der Ball im rechten unteren Eck. Glückwunsch. Hätte doch einer von uns gerufen: Der Niki ist frei, der Niki ist frei, der Niki ist frei, der Niki ist frei, der Niki ist frei, der Niki ist frei“. Es hätte nichts genutzt.
Das Ergebnis läßt alle zufrieden ins Wochenende gehen. Das ist gut so.
Nachtrag: Reini musste in der 1. Halbzeit verletzungsbedingt die Segel streichen.
Gute Besserung. Hoffe, Du läßt dir nicht 1,5 Jahre Zeit für Deinen nächsten Auftritt. Reini war seit 8.3.2019 im Aufbautraining und erst zum zweiten Mal wieder in der Start11.
Die 3. Halbzeit im „Zum Fuhrmann“ war für mich ein Novum. Schön wars. Is wie mit dem Taxi in die 70er oder 80er zu fahren. Vor allem hat man wieder viel dazu gelernt. Jan schreibt man mit 3a und einem h, da der Badener gerne alles auf der ersten Silbe lang betont. Also Jaaahn. Oder Ooohliver, oder Steeeeefan. Im Nebenzimmer, welches jetzt schon „Rudis Möslestube“ heißt hängen schöne Bilder an der Wand. z.B. eins vom Word Trade Center. Da wurde Stefan kurz mal sentimental. Hatte er doch am Fuße dieser beiden Türme seiner Holden das „Ja-Wort“ gegeben.
Das Kopfballtor von Jürgen war wohl eine unsportliche Aktion. Jörg hatte in dem Moment mit Ingo die Rollen getauscht. Jörg raus aus dem Tor, Ingo rein in das Tor. Der eine wollte sich endlich mal am Sack kratzen, der andere hatte arschkalte Finger und suchte Schutz in nasskalten Torwarthandschuhen. Na dann. Sorry, aber wer wechselt während der Ball läuft. Das lernt man in der F-Jugend.
Doping war auch ein Thema. Bier, Rotwein, Schnitzel und Cevapcici (gesprochen Schiwappschischi) waren des grünen Elefanten Doping an diesem Abend. Aber nur abseites des Platzes. Im Hintergrund lief Purple Rain in der 8Minuten40 Version. Herrlich. Noch bevor Stefan in die Hackstäbchen gebissen hatte, orderte er leicht hektisch „Salz & Pfeffer“. Er wiederholte das gefühlt 100x. Hatte wohl Angst, dass das im geilen Gitarrensolo von Prince untergegangen sein könnte. Stefan mags halt mit Schmacko.
Apropos auf Netflix läuft wohl eine sehenswerte Doku über Doping im Radsport mit dem Titel „Ikarus“.
„Es gilt allgemein natürlich, dass Pogacar (Toursieger 2020) bisher kein Doping nachgewiesen wurde. Aber es ist schon sehr ungewöhnlich, dass jemand in dem Alter solchen Wattzahlen tritt. Das macht einen natürlich stutzig“, sagte der Leiter des Instituts für biomedizinische und pharmazeutische Forschung in Nürnberg.
„Watt“ ist das Stichwort. Hannes regte an, die „Tour de France“ einfach auf Ergometern auszutragen. Wer am meisten Watt bringt holt das gelbe Trikot. Geht ja eh nur um Kraft.
Wenn jetzt einer denkt ich schweife ganz schön ab, liegt er damit richtig. So sind sie halt, die Elefanten.
Bis nächste Woche.

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