Eine Kolumne von der Seitenlinie (und mitten aus dem Getümmel)
Es gibt Momente im Leben eines Fußballers, da fühlt sich der Gang zum FT-Sportpark an wie der Weg zu einem Klassentreffen, bei dem man die Einladung vor zehn Jahren verlegt hat. So ging es mir am vergangenen Freitag. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich, Olic, endlich wieder den Weg auf das satte Grün der Grünen Elefanten gefunden.
Das große Wiedererkennen (oder: Wer bist du denn?)
Der erste Gang auf den Platz war ein Slalomlauf der Nostalgie. Der Rasen? Endlich wieder freigegeben, duftend und bereit für die obligatorischen Freitagskicks. Aber die Gesichter? Ich musste erst mal blinzeln, um die optischen Veränderungen der letzten Jahre zu verarbeiten.
-
Die Legenden: Ich fragte mich: „Ist das da hinten wirklich noch der alte Libero und die Torwart-Katz Eulinho?“ Er schien sich zumindest noch genauso geschmeidig (oder auch nicht) durch den Strafraum zu bewegen wie in meiner Erinnerung.
-
Der Star-Gast: Dann der kurze Schreckmoment: „Was macht hier bitteschön ein Landesligaspieler vom Freiburger FC?“ Aber Entwarnung, bei näherem Hinsehen war klar: Ach halt, das ist ja Juri, der Sohnemann von Zizou! Nur blöd für uns, dass er heute kein grünes Leibchen trug, sondern die Gegenseite verstärkte.
-
Die Haar-Frage: Und dann war da noch der kritische Blick rüber zum gegnerischen Team: „Hat der Kollege ThoPro da drüben tatsächlich weniger Haare oder rennt der einfach nur schneller, um den Luftwiderstand zu optimieren?“
-
Die Konstante: Für das ultimative „Heimat-Gefühl“ sorgte schließlich der Blick auf die Uhr: Punkt 16:50 Uhr und Martin biegt um die Ecke. Ein innerliches „Check“, denn es war klar: In einer Welt, die sich immer schneller dreht, bleibt Martins Timing die eine verlässliche Konstante. Es tat fast schon gut zu sehen, dass sich manche Dinge einfach nie ändern.
Und über allem schwebte die alles entscheidende Frage: Erkennt man mich eigentlich noch? Oder bin ich für die Jungs nur noch ein Geist aus der Vergangenheit, der jetzt versucht, die Lungenflügel wieder auf Betriebstemperatur zu bringen?
Das Spiel: Wenn Grün auf Bunte-Power trifft
Kommen wir zum sportlichen Teil – auch wenn ich diesen am liebsten mit dem Mantel des österlichen Schweigens bedecken würde. Es hieß: Grünes Team gegen Buntes Team.
Was soll ich sagen? Wir vom grünen Team waren an diesem Tag… nun ja, sehr „grün“ hinter den Ohren. Das Bunte Team hat uns phasenweise gezeigt, wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Wir sind gelaufen, wir haben geackert, und ich mittendrin habe versucht, meinen Körper davon zu überzeugen, dass 2026 ein tolles Jahr für ein solches Gastspiel ist.
Das Ergebnis war am Ende eindeutig gegen uns. Wir waren klar unterlegen. Vielleicht lag es an Juris FFC-Genen auf der Gegenseite oder einfach daran, dass wir die „Elefanten-Gemütlichkeit“ etwas zu wörtlich genommen haben.
Wenn der Handschlag mehr zählt als das Finale Ergebnis
Mit dem Abpfiff war die deutliche Packung sofort vergessen. Was blieb, war dieses typische, wissende Nicken unter alten Weggefährten. Es ist dieses ehrliche Abklatschen nach dem Spiel, das zeigt, dass man sich auf dem Platz zwar absolut nichts schenkt, aber danach genau weiß, was man an der Truppe hat.
Dass dieser erste Kick auf dem frischen Grün pünktlich zum Osterwochenende bei kaiserlichen Temperaturen stattfand, war das eigentliche Highlight. Die Knochen haben gehalten, der Rasen ist wieder unser und das Gefühl, an diesem Freitagabend einfach wieder Teil des Ganzen gewesen zu sein, war am Ende mehr wert als jeder Ehrentreffer.
Sportliche Grüße
Olic
Genialer Bericht. Olic – öfter kommen, öfter Losglück haben! Auf geht’s!
Yep, Bunt war besser (und einer weniger)! Damit kaschiere ich aber nur, wie grottig wir Grünen gekickt haben. Da lief ja gar.nichts.zu.sam.men! Also auf ein Neues.
Ein sehe sehr schöner Bericht, auch zum Schmunzeln. Gerne mehr davon!
Spitzenbericht👍🏻