Was für eine Verteilung! Als hätte der Kartengott beschlossen, schon zwei Wochen vor dem Rückspiel gegen die Alten Herren des SV Kappel eine der möglichen Startaufstellungen der Grünen Elefanten zusammenszustellen.
Zur Vermeidung des absoluten Ungleichgewichts streute er beim Sparingspartner Blau den einen oder anderen Stammspieler von Trainer Horst Raufer ein.
Letzterer trat bei Blau in neuem Schuhwerk an (man beachte die Farbkombination), was eine mögliche Erklärung für ungewohnte technische Mängel bei Ballannahme und -verarbeitung in zwei oder drei Szenen sein könnte. Viel eher ist aber anzunehmen, das Raufer mit zunehmender Spieldauer an der Pomadigkeit „seiner“ Truppe verzweifelte. Denn Grün, nominell haushoch überlegen und vermeintlich eingespielt, brachte zunächst nichts zustande. Gähnende Leere im Mittelfeld, keine Ideen im Angriff, vielmehr immer wieder der Versuch, mit langen und hohen Bällen in den Strafraum zum Erfolg zu kommen, ein viel zu enges Spiel, dem die zündenden Ideen fehlten – über weite Strecken präsentierte sich der AH Kappel-Bezwinger in beängstigend harmloser Verfassung.
„So wird das am 2.10. aber nichts“, raunte der bei Blau spielende Stammspieler Eddi dem Autor nach ca. 40 Minuten zu „wenn wir da so auftreten, gehen wir sang- und klanglos unter“. Ganz falsch lag er mit dieser Einschätzung sicher nicht.
Das lange keine Tore fielen, ist aber auch und in erster Linie den beiden Keepern zu verdanken, beide erwischten einen Sahnetag. Bene, nach 9-monatiger Verletzungspause erst zum zweiten Mal wieder dabei, gab sich keine Blöße: sicher in der Strafraumbeherrschung, hielt er jeden Ball fest und brachte Grüns Wundersturm zur Verzweiflung. Auf der anderen Seite Stammkeeper Thomas No. 1, der gewohnt ruhig und sicher agierte und in zwei, drei Situation sein ganzes Können aufbieten musste, u.a. bei einer Dreifachparade gegen die zwischenzeitlich munter angreifenden blauen Stürmer.
Die 1:0-Führung der Grünen egalisierte Blau umgehgend. Grün brauchte bis zur 70 Minute, um das zweite Tor zu erzielen. Bis dahin ließ die blaue Abwehr einfach nichts zu. Mit enormen Kampfeswillen und großer Laufbereitschaft stellten Sir T. (erstmalig nach mind. 5 Wochen Verletzungspause) und seine Mannen die Laufwege von Grün immer wieder zu. Aber Blau verlegte sich keineswegs nur aufs Vertedigen! Unermüdlich angetrieben von einem souverän und fehlerfrei spielenden Matze, der über das gesamte Spiel die Fäden bei Blau in der Hand hielt, klug die Bälle verteilte und immer wieder nach hinten aushalf, gelang es Blau, den haushohen Favoriten in Schach zu halten.
Schade, aber fast logisch, dass sich dieser Aufwand irgendwann konditionell rächte. Denn erst als bei Blau die Kräfte schwanden und der sichere Rückhalt Bene verletzt aufgeben musste, kam Grün zu weiteren Toren.
Da das Auswechselkontingent erschöpft war und sich immer mehr Spieler mit Blessuren verabschiedeten, kam es zu einem absoluten Novum im FT-Stadion: Die beiden Teams einigten sich auf einen Abpfiff bereits in der 85. Minute.
Die Zuschauer hoffen, dass dies nicht zur Regel wird.
In der Nachbesprechung analysierte Grün seine Spielanlage, wobei besonders Thomas No.1 wortreich Kritik übte. Als dann der bewertunstechnische Gaul mit ihm durchzugehen drohte, wurde er von seine Kollegen besänftigt und einsichtig. Diese Einsicht gipfelte schlußendlich in seiner Frage, ob (Zitat)“ Du meinst, ich sollte meine Mitspieler mal so akzeptieren, wie sie sind?
Oli
| Grün (5) | Blau (1) |
|---|---|
| Berni | Bene |
| Christoph | Claus |
| Jürgen (mit Luki) | Eddi |
| Kosa | Horst |
| Marc | Ingo |
| Oli | Jörg |
| Patrick | Markus |
| Schmi | Matze |
| Thomas No. 1 | Olli |
| Thopro | Raini |
| Ulli | Sir T. |
| Stephan |



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